Was ist Legacy-Code? Einordnung & Praxis-Strategien
Das englische Wort „Legacy“ bedeutet auf Deutsch Erbe. In der Softwareentwicklung bezeichnet Legacy-Code (Altcode) demnach Quellcode, der häufig von anderen Entwicklern stammt, vor längerer Zeit entstanden ist und heute teilweise unter neuen Anforderungen oder mit modernen Standards kollidiert.
Wichtig: Nicht jeder ältere Code ist automatisch Legacy-Code. Maßgeblich ist, wie gut sich der Code verstehen, ändern, erweitern und warten lässt. Oft wird Legacy-Code auch als Code, der nicht durch automatisierte Tests abgesichert ist, definiert (nach Michael Feathers).
Was sind die typischen Merkmale und Probleme von Altcode?
- Legacy-Code bringt Wartungslast statt Weiterentwicklung mit sich (Bereits kleine Anpassungen verursachen unverhältnismäßig viel Aufwand und binden Ressourcen.)
- Abhängigkeit von nicht mehr unterstützten Technologien (z. B. Betriebssystemen, Programmiersprachen oder Plattformen)
- hohes Risiko bei Änderungen, weil der Code der Legacy-Anwendung schwer nachvollziehbar ist
- fehlende automatisierte Tests (oder nur lückenhafte Tests)
- unklare Struktur / schlechtes Design (z. B. Spaghetticode)
- mangelnde oder veraltete Dokumentation
- häufig mit hohen technischen Schulden (Technical Debt) verbunden
- Wissen ursprünglicher Entwickler nicht mehr verfügbar (Der Code wird nicht mehr „aus erster Hand“ gepflegt.)
Wie geht man mit Legacy-Code um? Prävention technischer Schulden
Um die Wartbarkeit zu gewährleisten und neuen Technical Debt zu vermeiden, werden folgende Strategien angewendet:
- Clean-Code-Prinzipien unterstützen dabei, neuen Code testbar und klar zu gestalten.
- Eine bestehende Software wird per Refactoring umstrukturiert, ohne das Funktionsverhalten zu ändern, um sie langfristig leichter weiterentwickeln zu können.
- Etablieren von automatisierten Akzeptanz- und Unit-Tests, um die kritischen Teile des Systems vor unbeabsichtigten Regressionen zu schützen (Safety Net).
Weitere bewährte Ansätze sind Code-Reviews, eine gezielte Dokumentenanalyse (z. B. Anforderungen, Schnittstellen und Architektur) sowie Änderungen in kleinen, inkrementellen Schritten. Ein vollständiger Rewrite sollte nur dann erwogen werden, wenn er wirklich sinnvoll ist, da er hohe Kosten verursachen und neue Fehler einführen kann. Zusätzlich hilft – sofern möglich – der Austausch mit Ansprechpartnern, die System- oder Historienwissen besitzen.
Effiziente Modernisierung bei fecher
Unserer Erfahrung nach ist Legacy-Code häufig der Ausgangspunkt von Modernisierungsprojekten und erfordert einen strukturierten Umgang. fecher begegnet dieser Herausforderung mit einer klar definierten Modernisierungsstrategie, die wir für unsere Kunden planbar zum Festpreis umsetzen. Durch toolgestützte Migration überführen wir bestehende Anwendungen in eine moderne, webfähige .NET-Basis – so erzielen wir eine Legacy-Modernisierung unter Erhalt der fachlichen Logik und ohne unnötige Risiken für den laufenden Betrieb.
Sie interessieren sich für Anwendungsentwicklung und Anwendungsmodernisierung? Neben diesem Beitrag zum Thema Legacy-Code finden Sie weitere Erläuterungen und Begriffsklärungen in unserem IT-Glossar!
